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Barocke Klänge und jazzige Rhythmen - Best Of Nr. III

Am Freitag, den 23. Juli 2021, fand in der Matthäuskirche das - im Jahr 2021 - dritte „Best Of“-Konzert der städtischen Sing- und Musikschule Erlangen statt. Ab 19:00 Uhr präsentierten insgesamt 12 Ensembles barocke Klänge und jazzige Rhythmen.


Anke Steinert-Neuwirth, Referentin für Kultur, Bildung und Jugend, bedankte sich in einer kurzen Ansprache für das große Engagement des Kollegiums der Sing- und Musikschule und ehrte zudem die drei anwesenden Bundespreisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“: Friedrich Börstinghaus (3. Bundespreis), Emilia Sarau (2. Bundespreis) und Manuel Ebert (1. Bundespreis).

Anke Steinert-Neuwirth hob in ihrer Laudatio hervor, wie zielstrebig und unermüdlich die drei jungen Musiker*innen trotz der durch Corona erschwerten Bedingungen auf ihren jeweiligen Instrumenten der Blockflöten-Familie geübt haben. Um ein jeweils 20-minütiges, möglichst perfektes Video aufzunehmen, standen die Preisträger insgesamt fünf Tage vor der Kamera, verteilt auf mehrere Wochenenden und geleitet von Michael Webert.


Sowohl zwischen den Auftritten, als auch am Ende des ca. 90-minütigen Konzerts, bedankten sich die ca. 150 Gäste, die unter Einhaltung des Hygiene-Konzeptes nach Haushalten sortiert auf Sitzplätze in der ganzen Kirche verteilt waren, mit tosendem Applaus für stimmungsvolle und mitreißende Darbietungen der jungen Musizierenden.


Nachdem im April und Juni 2021 bereits zwei Online-„Best Of“-Konzerte  vor (Online-)Publikum stattfinden konnten startete an diesem Abend nun das Blechbläser-Ensemble unter Leitung von Gerhard Bittruf in die „Live-Version“ des alljährlichen Konzertabends. Obwohl die jungen Musizierenden erst einige Monate in der aktuellen Besetzung zusammenspielen (Trompete: K. Ying, D. Jun, L. Strobel, L. Lindhorst, J. Schönitz; Posaune: T. Neugebauer, J. Sellmer; Tuba: B. Sellmer), begannen sie das Konzert mutig. So erklang zunächst Musik der polnischen Renaissance (M. von Krakau) und direkt im Anschluss mit „Gonna Fly Now“ die Titelmelodie des Filmes „Rocky“. Ein gelungener und vielversprechender Auftakt.


Vier Klarinetten (K. Bernard, L. Kraft, I. Pachaly und R. Gratz), sonor unterstützt von einer Bassklarinette (L. Lüdke) gaben dann unter Anleitung von Julia Müller-Bohn den Jupiter aus Gustav Holsts Orchestersuite “Die Planeten” in einer Bearbeitung von Robert van Beringen wieder. Von Holst als Bringer des Frohsinns beschrieben, füllte die eingängige Melodie des Jupiters die Matthäuskirche von Anfang an mit Optimismus.

Das Blockflöten-Trio von Schulleiterin Bärbel Hanslik (mit L. Klimbacher, H. Iswandy und N. Moussallam) begab sich mit drei Sätzen aus der Alpin Siute von Benjamin Britten für 2 Sopranblockflöten und eine Altblockflöte in die buchstäblich höchsten Höhen. Im ersten Satz „Arrival at Zermatt“ wurde die Vorfreude auf den Urlaub in den Bergen mit sicherer Intonation und freudigem Spiel umgesetzt. Im zweiten Satz „Swiss clock“ wurden die unterschiedlichen Uhren rhythmisch präzise hörbar, bevor es dann im Satz „Down the piste“ schwungvoll, virtuos und sehr sicher auf den Berg hinabging.

Das „Alte-Musik-Ensemble“, bestehend aus E. Sarau (Blockflöte), H.-L. Hanslik und P. Morneburg (Violine), J. Görtz (Violoncello), wird seit drei Jahren von Michael Webert in den Feinheiten der Barockmusik unterwiesen, wozu auch gehört, dass die Streicher auf speziellen Barockbögen musizieren. Zu hören waren 2 Sätze aus dem Concerto d-moll von Francesco Mancini. Besonders gefielen hier die ausgefeilte Artikulation, die fein abgestufte Dynamik und die Spielfreude der jungen Musiker*innen.


Das Violoncello -Quartett von Judith Rüdiger (mit K. Burucker, J. Götzelmann, J. Ropers und K. Schönitz) brillierte zuerst mit Anton Bruckners „Locus Iste“, um dann mit einer klassischen Version von Apocalypticas „Bittersweet“ zu überzeugen.


Ein noch junges Blockflötenquartett (C. Ahrens, E. Sarau, M. Schönbeck, K. Ta Thien) spielte sehr schwungvoll das Vivace aus dem Concerto B-Dur von Georg Philipp Telemann. Das Quartett in der Besetzung Alt, Alt, Tenor, Bass besteht seit einem Jahr und wird von Michael Webert geleitet.

Das Violin-Ensemble von Beate Keilhack (mit P. Morneburg, D. Nüsslein, J. Chu, H.-L- Hanslik, A Huber, T. Huber, E. Sarau) tauchte mit viel Eleganz in ein anmutiges Largo ma non tanto aus dem Konzert für zwei Violinen von Johann Sebastian Bach hinein.


Andre Simaos Gitarren-Ensemble (mit F. Ahrens, P. Barozzi, M. Grunow, J. Nölkensmeier und L. Sturm) präsentierte sich in Höchstform und führte mit Antonio Vivaldis Concerto in A-Dur – Allegro moderato das passende Stück auf, um dem ehrwürdigen Ambiente der Matthäuskirche gerecht zu werden.

Das bereits sehr erfahrene Blockflötentrio (bestehend aus E. Joerchel, F. Börstinghaus und M. Ebert, Lehrkraft: Michael Webert) hat ein anspruchsvolles Werk dargeboten: Eine Spiegelfuge aus dem Zyklus „Die Kunst der Fuge“ von Johann Sebastian Bach. Schön zu sehen, wie scheinbar mühelos jeder der drei Flötisten seine zahlreichen Themeneinsätze platzieren und dabei noch auf die anderen reagieren konnte, ein musikalischer Hochgenuss.

Im Anschluss spielte das Schlagzeugensemble Pauls Andersons den Shadow March von E. Kopetzki (Uraufführung in Bayern), entstanden im Jahr 2020 während der Corona-Pandemie. Der Komponist schrieb das Stück für Jugend Musiziert und wurde dabei von dem Gedicht "Shadow March" von Robert Louis Stevensons (1850-1984) inspiriert.

Das Jazzensemble Rhythmcats von Jens Magdeburg spielte das groovebetonte Stück „Strasbourg St. Denis“ des amerikanischen Trompeters Roy Hargrove, in dem der Euphoniumspieler M. Renninger sowie der Pianist M. Wensing mit einfallsreichen Soli hervortraten.

Das Blasorchester unter der Leitung von Sebastian Streicher verbreitete mit den modernen Arrangements "Happy" von Pharrell Williams und dem Rockklassiker "The final countdown" gute Laune und wahre Spielfreude. Die 14 Jugendlichen, die zwischen 10 und 19 Jahre alt sind, bildeten einen runden Abschluss zu einem abwechslungsreichen Ensemble-Konzert.

Schulleitung Bärbel Hanslik und Prof. Dr. Thomas Morneburg (Vertreter des Musikschulfördervereins) bedankten sich im Schlusswort bei allen Musizierenden, allen Lehrkräften, Anke Steinert-Neuwirth und dem begeisterten Publikum für einen gelungenen Abschluss des Musikschuljahres 2020-2021.

Fotos: Carlota Frank